WFH stellt sich gegen die Schließung der Gynäkologischen Praxis im MVZ St.Anna Hadamar und fordert Taten !!!

Die Bürgerinitiative „Wir für Hadamar – WfH“ fordert angesichts der in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Schließung der Frauenheilkunde-Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum St.Anna in Hadamar zum 30.6.2020 alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um dies zu verhindern und verlangt nach alternativen Lösungen.

„Wirtschaftliche Gründe“ wurden vom Betreiber, der Krankenhausgesellschaft St.Vincenz GmbH und ihrem Geschäftsführer Guido Wernert, als Begründung hierfür vorgegeben.

Hans Reichwein, Fraktionsvorsitzender der WfH, dazu: „Seit inzwischen fast 70 Jahren kenne ich St.Anna, ob als Krankenhaus, oder wie jetzt als MVZ betrieben, immer stets mit einer Praxis für Frauenheilkunde. Die jetzt beabsichtige Schließung der Fachabteilung ist von größerem Ausmaß für die Patientinnen in unserer Stadt, aber darüberhinaus auch, im Hadamar Land“.

Das Krankenhaus St Anna war einst die Anlaufstelle bei Geburten und Frauenheilkunde im gesamten Westerwald, der Region und darüber hinaus. Den ersten schweren „Keulenschlag“ musste die Region mit der Schließung des Krankenhauses im Jahr 2007 und dem Ende der Geburtenabteilung hinnehmen. Immerhin erblickten hier bis zu diesem Zeitpunkt jährlich zwischen 600-700 Kinder das Licht der Welt. Das fand man beim schon damals verantwortlichen Träger nicht gut genug. Jetzt, 13 Jahre später, soll für die Region Hadamar in diesem Bereich ganz der Hahn abgedreht werden.

„Warum die jeweils verantwortlichen Hadamarer Bürgermeister Hans Beresko, und aktuell Michael Ruoff, den immer weitergehenden Kahlschlag gerade für diesen Fachbereich am dafür renommierten St. Anna Krankenhaus in solch duldsamer Art hingenommen haben, bzw. jetzt hinnehmen, ist für unsere Wählergruppierung mehr als erstaunlich“, so Andreas Alfa, 1. Sprecher der WfH.

Kein Aufschrei, kein ernsthaft wahr zu nehmender Protest . „Ruoff bedauert“, heißt es lapidar in der Presseveröffentlichung der NNP vom 29.4.2020. Vom Bedauern ist aber den Betroffen nicht geholfen. Wir erwarten vom Verwaltungsrat der St. Anna Stiftung, und hier insbesondere von dessen Vorsitzenden Bürgermeister Michael Ruoff und seinem Stellvertreter Pfarrer Andreas Fuchs Taten, bis hin zum öffentlichen Protest .

In der Präambel der das MVZ mit tragenden St. Anna Stiftung heißt es wörtlich: „Die Stiftung unterstützt caritative Heime und Einrichtungen zur Aufnahme und Betreuung von kranken, hilfs- und/oder pflegebedürftigen Menschen. Vornehmlich fördert sie das Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar. Sie unterstützt nicht den täglichen und grundsätzlichen Betrieb des Gesundheitszentrums sondern vielmehr Bereiche, die nicht wirtschaftlich oder kostendeckend arbeiten können, die für den Charakter einer Einrichtung mit christlichem Hintergrund aber unverzichtbar sind. In über 180 Jahren haben sich diese Aktivitäten zu einem tragfähigen Verbund sorgfältiger, an neuesten Standards orientierter Patientenversorgung formiert“. (Zitatende)

Nun wird aber die Wirtschaftlichkeit der Gynäkologischen Praxis als Vorwand für deren beabsichtigen Schließung genommen.

Andreas Alfa, ergänzt: „Weiterhin kann man nicht darüber hinweg sehen, dass vor gut 14 Tagen in der Nassauischen Neuen Presse ein Artikel mit Foto erschienen ist, in dem Bürgermeister Ruoff mit dem St. Vincenz Geschäftsführer Wernert mit großer Geste um Patienten für den Besuch der Praxen des MVZ St. Anna warb.“

Man muss davon ausgehen, dass Bürgermeister Ruoff schon zum damaligen Zeitpunkt über die beschlossene und in wenigen Wochen beabsichtigte Schließung der betreffenden Praxis im Bilde war. Angesichts dessen kommt einem diese „Werbung“ wie der blanke Hohn vor.

„Wir würden mit dieser Schließung für den Gesundheitsstandort Hadamar, mit dem ja die Stadt u.a. um Neubürger wirbt, ein Stück Geschichte verlieren. Noch größer aber ist der Verlust für die betroffenen Frauen und werdenden Mütter. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass solche Bereiche unserer Gesellschaft auf dem Altar einer rein profitorientierten Gesundheitspolitik geopfert werden und erwarten von den Entscheidungsträgern eine Rücknahme des Beschlusses“, so Andreas Alfa.

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